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Die Pfarrer-Initiative Aufruf zum Ungehorsam
Die
römische Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform und die
Untätigkeit der Bischöfe erlauben uns nicht nur, Wir Priester wollen künftig Zeichen setzen:
Im
Übrigen sehen wir uns solidarisch mit jenen Kollegen, die wegen einer
Eheschließung ihr Amt nicht mehr ausüben dürfen, aber auch mit jenen,
die trotz einer Beziehung weiterhin ihren Dienst als Priester leisten.
Beide Gruppen folgen mit ihrer Entscheidung ihrem Gewissen - wie ja
auch wir mit unserem Protest. Wir sehen in ihnen ebenso wie im Papst
und den Bischöfen "unsere Brüder". Was darüber hinaus ein "Mitbruder"
sein soll, wissen wir nicht. Einer ist unser Meister - wir alle aber
sind Brüder. "Und Schwestern" - sollte es unter Christinnen und
Christen allerdings heißen. Dafür wollen wir aufstehen, dafür wollen
wir eintreten, dafür wollen wir beten. Amen. Einige Anmerkungen"Ungehorsam": Seit dem „Aufruf zum Ungehorsam“ wurden wir aufgefordert, diesen Text zu widerrufen. Dies können wir guten Gewissens nicht tun, weil wir weiterhin zum Inhalt stehen. Der Ungehorsam gegenüber einzelnen geltenden strengen kirchlichen Regeln und Gesetzen ist bereits seit Jahren Teil unseres Lebens und Arbeitens als Seelsorger geworden. Öffentlich anderes zu bekennen als wir denken und handeln, würde die Dissonanz in Kirche und Seelsorge nur noch zusätzlich verschärfen. Es ist uns jedoch bewusst, dass „Ungehorsam“ als Reizwort verstanden werden kann. Deshalb sind wir gern bereit, zu erklären, dass wir keinen generellen Ungehorsam um des Widerspruchs willen meinen, sondern jenen abgestuften Gehorsam, den wir zuerst Gott, dann unserem Gewissen und zuletzt auch der kirchlichen Ordnung schulden. In dieser Reihenfolge haben wir stets die Lehre der Kirche, den Papst und die Bischöfe gesehen. So wollen wir es auch weiterhin halten."Priesterlose Eucharistiefeier": Vielen berufenen, geeigneten Christen und Christinen wird der Zugang zur Priesterweihe von den Bischöfen verwehrt, nur weil diese verdrossen an der Idee des Pflichtzölibats hängen und auch nicht bereit sind, in irgend einer Form über die Priesterweihe der Frau nachzudenken. Auch belegen sie Priester, die geheiratete haben weiter mit dem Verbot, ihrer Berufung nachzukommen. Vielen Christen ist wegen des dadurch entstandenen Priestermangels nur mehr die Mitfeier einer Wortgottesfeier an Sonntagen möglich. Mit dem Kunstbegriff "priesterlose Eucharistiefeier" wollen wir die Verbindung einer Wortgottesfeier mit Kommunionspendung mit der vorher gefeierten Eucharistie zum Ausdruck bringen. Wegen der Verunsicherung, die besteht, weil manche das Gegenteil behaupten, wollen wir betonen, dass alle, die in solchen Fällen eine Wortgottesfeier mitfeiern natürlich die Sonntagspflicht erfüllen. Wir streben weiterhin die Eucharistiefeier mit dem Priester als Vorsteher und Verbindungsglied zur gesamten Kirche an. Wir wollen aber mit dem provokanten Begriff "priesterlose Eucharistiefeier" auch daran erinnern, dass die Eucharistiefeier von der ganzen Gemeinde gefeiert wird und der Priester ihr dabei vorsteht. Wenn die Kirchenleitung immer mehr Gemeinden keinen Vorsteher mehr für die Eucharistiefeiern zur Verfügung stellt, fragen diese Gemeinden mit Recht, wie sie nun zu ihrer Eucharistiefeier kommen und ob es nicht neue Wege dorthin geben muss. "Wir werden vermeiden, mehrfach zu zelebrieren...": Dass ein Pfarrer oder ein Kaplan vielleicht 2 oder 3 *) Hl. Messen an einem Wochenende feiert ist nicht das Thema dieses Absatzes. Die Praxis, alte, überforderte Priester anzuhalten, hin und her zu fahren und "einzuspringen", ist abzulehnen. Viele ausländische Priester tun einen hervorragenden Dienst. Aber manche, die leider ungenügend Deutsch sprechen oder oft eine völlig andere Kirchlichkeit leben, keine Inkulturation in Österreich mitgemacht haben (daraus folgend z. B. einen unzulänglichen Umgang mit Laien etc.) einzuteilen, nur, damit "irgendwie" noch eine Messe gefeiert (oder gar eine Pfarrer geleitet) werden kann ist kein Ansatz für eine Lösung des Priestermangels.*) Übrigens sieht der Codex (CIC CAN 905 §2) sogar vor, dass Priester nicht mehr als 3 Hl. Messen am Wochenende zelebrieren dürfen.
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