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Frieden jetzt – in der Welt und in der Kirche!

Foto: Sunguk Kim
Foto: Sunguk Kim
“Echter und dauerhafter Friede ist möglich und gemeinsam können wir ihn aufbauen.”  (Schlussdokument der Bischofssynode 2021-2024, Abs.2)

Juni 2025 | Die Pfarrer-Initiative begrüßt – wie auch die übrigen katholischen Reformbewegungen in Österreich – die Ankündigung von Papst Leo XIV., sich vor allem für Frieden einzusetzen. Für einen Frieden, der nicht bloß das Schweigen von Waffen oder die Abwesenheit von Krieg ist, sondern eine Frucht der Gerechtigkeit, die auf Grundlage der Menschenrechte vor allem ein gutes Leben für alle Menschen will, die demokratische Beteiligung aller an politischen Entscheidungen, Gleichstellung zwischen den Geschlechtern und Inklusivität für Minderheiten und Zugewanderte.  

Wirklicher Friede wird auch auf dem Frieden zwischen den Völkern und Religionen und auf einem nachhaltigen Umgang der Menschheit mit unserem Planeten aufbauen. Der Einsatz der Kirche für diese Grundlagen von Frieden muss aber auch in die Kirche selbst hineinwirken – im Geist der letzten Weltsynode in Rom, wo es heißt: “...wir verpflichten uns, die Logik des Dialoges, der Gemeinschaft und der Versöhnung zu fördern. Echter und dauerhafter Friede ist möglich und gemeinsam können wir ihn aufbauen.” (Abs.2) 
 
In diesem Sinne fordert das Schlussdokument der Synode 2021-24 im Rahmen einer “heilsamen Dezentralisierung” (129/EG 16) mehr Beteiligung aller Getauften an inner-kirchlichen Entscheidungen wie der Ernennung von Bischöfen (70), aber auch eine verbindliche Rechenschaftspflicht der Leitungsverantwortlichen in Welt- und Ortskirche gegenüber dem Kirchenvolk (101). Die Synode betont die hohe Bedeutung der Taufwürde (21) sowohl als Ausgangspunkt für die Besetzung “partizipativer Gremien” (106) als auch für mehr Geschlechtergerechtigkeit – nicht zuletzt in Form einer weiteren Prüfung des Zugangs von Frauen zum Diakonat, denn: “Es gibt keine Gründe, die Frauen daran hindern sollten, Führungsrollen in der Kirche zu übernehmen.” (60).  

Das kirchliche Engagement für Frieden und Gerechtigkeit darf daher kein rein nach außen gerichtetes sein. Frieden und Gerechtigkeit beginnen in unserem eigenen, gemeinsamen Haus. Was Papst Leo als Auftrag der Kirche formuliert, muss täglich von den Gemeinden und Gemeinschaften an der Basis der Kirche getragen und eingelöst werden. Dafür brauchen die Gemeinden angesichts des Priestermangels angemessene Rahmen-bedingungen wie etwa neue Leitungsmodelle, die Öffnung des Priesteramtes für in Leben und Glauben bewährte Getaufte und pastorale Überschaubarkeit ihrer Gebiete. Die Pfarrer-Initiative geht davon aus, dass Papst Leo mit seinem Hintergrund als ehemaliger Bischof in Peru an die Vorschläge der Amazonas-Synode von 2019 anknüpfen und diese mit Leben füllen wird.     

gez. der Vorstand der Pfarrer-Initiative Österreich 

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