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#Out in Church – Für eine Kirche ohne Angst!

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Wien, 28.1.22 | Die katholischen Reformbewegungen in Österreich stellen sich entschieden hinter die Forderungen der 125 kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in der Kampagne #OutInChurch im Hinblick auf ihre sexuelle Identität geoutet haben. Für ihren Mut und ihre Ehrlichkeit gebührt ihnen höchster Respekt! Die kirchliche Einmischung in das sexuelle Intimleben lehnen wir entschieden ab.

Das Outing macht öffentlich, dass auch Menschen, die sich tagtäglich mit dieser Kirche beschäftigen und sich in ihr engagieren, die Sexuallehre der offiziellen Katholischen Kirche nicht mehr verstehen und wie sehr viele von ihnen darunter leiden. Die Kirche braucht jetzt einen grundlegend neuen Blick auf die menschliche Sexualität. Freiheit und Würde jedes und jeder Einzelnen sind höher zu bewerten als angeblich kirchliche Traditionen und päpstliche Lehre. Die Erkenntnisse der modernen Wissenschaften müssen in die katholische Moraltheologie integriert werden.

Diffamierende Aussagen der kirchlichen Lehre zu Geschlechtlichkeit und Sexualität müssen auf Grundlage theologischer und humanwissenschaftlicher Erkenntnisse revidiert werden. Die Kirche darf LGBTIQ+ Personen bzw. -Paaren den Segen Gottes sowie den Zugang zu den Sakramenten nicht vorenthalten.

„Im Umgang mit LGBTIQ+ Personen hat die Kirche im Laufe ihrer Geschichte viel Leid verursacht. Wir erwarten, dass die Bischöfe dafür Verantwortung übernehmen, die institutionelle Schuldgeschichte aufarbeiten und sich für die von #OutInChurch geforderten Veränderungen einsetzen“, so Dekan Bernhard Kranebitter, Vorstand der Pfarrer-Initiative in Tirol.

Herbert Bartl, Priester ohne Amt: „Ich halte es für absolut unerträglich, dass die völlig antiquierte Sexualmoral, die noch immer offiziell in der Kirchenleitung vertreten wird, dazu führt, das ehrlich liebende Menschen, die für ihren Dienst in der Kirche bestens qualifiziert sin, um ihre Existenz gebracht werden, wenn sie ihr Verstecken beenden und leben und lieben wollen wie Gott sie schuf.“

Dr. Peter Pawlowsky von der Laieninitiative: „Dringend muss an einer theologischen Neubewertung der Sexualität gearbeitet werden. Stattdessen praktiziert Rom weiter die Stagnation:

  • Die Enzyklika „Humanae vitae“ war eine erste Absage gegen die Offenheit des Konzils;
  • der polnische Papst deklarierte das Ende der Debatte über eine Priesterweihe von Frauen;
  • zuletzt verbot Rom die Segnung homosexueller Paare.“ 

„Während die römische Kirche Kinder nicht vor dem Missbrauch durch Priester schützte, glauben sich zölibatäre Cliquen berechtigt, queeren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie Eheleuten Vorschriften für ihr Intimleben zu machen. Kein Wunder, dass die Austrittszahlen steigen, und wer in dieser Kirche bleibt, vertraut keinen Vorschriften mehr, sondern seinem Gewissen“, so Martha Heizer von Wir sind Kirche.

PK: ZUR BISCHOFSSYNODE EHE UND FAMILIE

01.10.2015. „Einen deutlichen Sprung nach vorn“ erwartet sich die PI von der anstehenden Weltbischofssynode zu Ehe und Familie.

"THEOLOGIE DER FRAU" NICHT GENUG!

01.07.2014. Das Plädoyer von Papst Franziskus für eine „Theologie der Frau“ hält PI-Vorsitzender Helmut Schüller für zu kurz gegriffen.

Stellungnahme zur "Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarrgemeinden"

Wien, 28.07.2020 | Die "Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarrgemeinden im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche" des römischen Dikasteriums für den Klerus bietet nur in Ansätzen eine Analyse der geänderten gesellschaftlichen und kirchlichen Situation, um dann kirchenrechtliche Regelungen einzufordern, die schon zur Zeit der Verabschiedung vor 40 Jahren nicht mehr auf der Höhe der Zeit waren und zum Teil hinter dem II. Vatikanische Konzil zurückgeblieben sind.